Totalverweigerer in Gotha

Wie ich heute über einen Newsletter der Kampagne mitbekommen habe, wurde Tobias Przybilla am 8. Juli von Feldjägern verschleppt, nachdem er einer Einberufung zum 1. Juli nicht nachgekommen ist. Tobias hatte seine Totalverweigerung unter anderem auch in einigen seiner Kommentare hier auf realsatire.net angekündigt und zieht diese nun wohl durch.
Seit dem 9. Juli ist er in "seiner" Kaserne in Gotha und verweigert alle ihm erteilten Befehle. Offenbar hat er nach seiner Vernehmung einen KDV-Antrag gestellt. Dennoch muss er seit heute 12:00 Uhr eine zehntägige Arreststrafe wegen Gehorsamsverweigerung absitzen. Wie es nun weitergeht und wieso genau er den KDV-Antrag gestellt hat ist noch ungewiss. Für alle, die ihm gerne etwas schreiben würden, hier seine Kasernen-Adresse:

Tobias Przybilla
5./Aufklärungsbataillon 13
Wache, Arrestzelle
Ohrdrufer Str. 93
99867 Gotha

Seltsam

Hm... ich verstehe aber nicht, weshalb er einen KDV-Antrag gestellt hat. Wollte er nicht totalverweigerm?

Auf jeden Fall werde ich ihm schreiben, damit seine Freiheitsberaubung durch die Faschos wenigstens etwas erträglicher wird (man hofft zumindest).

FREIHEIT FÜR POLITISCH GEFANGENE!

mfg, Alexander Perschbacher

Wenn er als ZDL

Wenn er als ZDL totalverweigert, spart er sich weiteren unangenehmen Umgang mit der Bundeswehr und hat weitestgehend Gewissheit über den weiteren Ablauf, als wenn er sich im Arrest von der Bundeswehr hin- und herschubsen lässt.
Es gibt viele Wege, die Wehrpflicht zu verweigern… leider sind sie alle illegal. Der eine mehr, der andere weniger.

In der Tat ist es wohl

In der Tat ist es wohl "angenehmer" als Zivildienstleistender totalzuverweigern (auch wenn man damit weniger gut an die Öffentlichkeit kommt und meistens leider noch mehr als asozial beschimpft wird...). Trotzdem stellt sich zumindest mir die Frage, wieso er dann nicht schon vor der Einberufung oder direkt nach Erhalt der Einberufung einen KDV-Antrag gestellt hat. Das hätte ihm die Kaserne komplett erspart.

Naja, vielleicht haben die

Naja, vielleicht haben die nen Deal gemacht. Er stellt nen KDV-Antrag und der wird so lange bearbeitet bis er alt genug ist nicht mehr gezogen zu werden...

So langsam kann sich also jeder der einberufen wird überlegen ob er nicht total verweigert...

Mfg Otmar Ganter

Oder sie haben einfach nur

Oder sie haben einfach nur Schiß das Tobi ihnen sonst den Strom abdreht ;-)

Wie legal ist es eigentlich,

Wie legal ist es eigentlich, jemanden einzusperren, der einen KDV-Antrag gestellt hat?

Ob das legal oder illegal

Ob das legal oder illegal ist, interessiert doch keine staatliche Terrororganisation; Wirkür in deren "Rechtssprechung" ist doch Gang und Gebe: Man beachte mal, dass die "Richter" und "Schöffen" in den Truppengerichten selbst Soldaten sind und der Deliquent nur das Rechtsmittel der Beschwerde hat, worüber dann die selben Faschisten entscheiden, die ihn vorher zu Isolationshaft verdonnert hatten.

das ist wirklich eine tolle Leistung unseres Rechtsstaates...

Man sollte wenigstens so fair und demokratisch sein und per Gesetz festlegen, dass jeder die Möglichkeit hat, die Entscheidung eines Truppendienstgerichts vor einem unabhängigen, zivilen Verwaltungsgericht anfechten zu können...

Alexander Perschbacher

bitte erst informieren und

bitte erst informieren und dann posten...

1. ist der vorsitzende Richter niemals Soldat und

2. Berufung kann jederzeit eingelegt werden, was dann zum Bundesverwaltungsgericht (ja, das ist zivil) in Leipzig führt (und dann weiter zum Bundesverfassungsgericht, wie schon mehrfach bewiesen wurde)

"Man sollte wenigstens so

"Man sollte wenigstens so fair und demokratisch sein und per Gesetz festlegen, dass jeder die Möglichkeit hat, die Entscheidung eines Truppendienstgerichts vor einem unabhängigen, zivilen Verwaltungsgericht anfechten zu können..."

Das unabhängige, zivile Verwaltungsgericht guckt auch nurs ins Gesetzbuch und liest dort das maximal 5 Jahre Haft vorgesehen sind. Und entgegen auf diesem Blog so üblichen Einstellung bin ich immer noch der Meinung das die Wehrpflicht eine demokratische Einscheidung ist, schließlich wird sie alle 4 Jahre wiedergewählt mit den entsprechenden faschistoiden Parteien. Insofern ist die Strafe schon demokratisch gewollt; ob nun durch Militär oder Verwaltungsgericht angeordnet macht dann auch keinen Unterschied.

Die Wehrpflicht hat nichts

Die Wehrpflicht hat nichts mit Demokratie zutun. Und noch viel weniger mit unserem Grundgesetz. Im Grundgesetz steht unter anderem, dass Zwangsarbeit verboten ist und es gibt das Gebot der Gleichberechtigung. Wenn jetzt aber eine Pflicht eingeführt wird, zu der nur ein geringer Teil der Menschen in einem Land gezwungen werden, dann ist das alles, aber nicht demokratisch. Würdest du es demokratisch nennen, wenn man jetzt auf einmal alle Frauen im Alter zwischen 18 und 23 dazu zwingen würde ein Kind zu bekommen? Außerdem ist doch klar, dass die Wehrpflicht "alle 4 Jahre wiedergewählt" wird. Denn den Großteil der Bevölkerung geht es ja nichts an und so ist es ihm egal. Grade auch viele ältere Männer, die den Wehrdienst schon abgeleistet haben, gehen gerne nach dem Motto: "Ich musste den Dienst leisten, also sollen diese dummen Kinder unter den selben Umständen leiden!"
Dass die ganze Sache rechtlich gesehen vor allem in Bezug auf Totalverweigerung auf extrem wackeligen Beinen steht, das will ich nicht abstreiten. Aber gerade um hier etwas zu ändern sehe ich kaum einen anderen Weg als zivilen Ungehorsam (->Totalverweigerung).

Na bitte. Damit gestehst du

Na bitte. Damit gestehst du doch ein dass der Großteil der Bevölkerung zur Wehrpflicht steht, und nicht zu deren Abschaffung. Das ist durchaus eine Meinung, ob nun Kriegsliebe oder Egalsein die Quelle ist, geäußert durch Wahlen ist es eben durchaus demokratisch. Ich bin auch Totalverweigerer, aber du solltest schon versuchen zu akzeptieren dass Totalverweigerer diejenigen sind, die in dieser Gesellschaft als abnormal gelten, weil sie eben nicht dem Durchschnitt entsprechen. Die Wehrpflicht ist demokratisch gewollt, ob du es willst oder nicht.

Und das mit dem Grundgesetz: Dort steht dass Zwangsarbeit verboten ist, und das Wehrpflicht keine Zwangsarbeit ist. Das Grundgesetz definiert also den Zwangsarbeitscharakter der Wehrpflicht einfach so weg, und schon wird's legal. Und Gleichberechtigung... Im Grundgesetz steht das die Wehrpflicht die Gleichberechtigung überschreibt, schon wird auch das legal. Das System mag heuchlerisch sein, vor einem Richter funktioniert es aber ganz prima.

Nun denn, wenn der Staat

Nun denn, wenn der Staat hier anfängt zu definieren, dass unser Staat zum Überwachungsstaat werden soll oder mal eben kurz definiert wird, dass eine bestimmte Minderheit aus der Bevölkerung abgeschlachtet werden darf (alles schon passiert, frag mal beim Historiker deines Vertrauens nach), dann bin ich jedenfalls weg hier. Dir wünsche ich in dem Fall weiterhin viel Spaß in dieser tollen Demokratie.

Ziemlich, leider

So lange er kein offiziell anerkannter Kriegsdienstverweigerer ist, ist er immer noch Soldat. Und die Gehorsamsverweigerung beging er als Soldat. Also muss er dafür auch so lange in den Arrest, bis dieser vorbei ist oder er kein Soldat mehr ist. Und über einen KDV-Antrag wird meines Wissens nicht über Nacht entschieden. Wir kennen ja alle den Spruch: "Papier ist geduldig."

KDV-Antrag

Servus Leute, bin seit gestern wieder frei. Ich wollte mich eigentlich früher melden aber da ich erst gegen Mitternacht zu Hause war bin ich doch erst mal schlafen gegangen. Das mit dem KDV-Antrag stimmt und er wurde gestern anerkannt (anscheinend konnten die es gar nicht erwarten mich loszuwerden) so dass ich zwanzig Minuten nach Anerkennung auf dem Weg zum Bahnhof war. Mit diesem Antrag hat es eine ganz spezielle Bewandnis bzw. es steckt eine genau berechnete Absicht dahinter, auf die ich momentan nicht näher eingehen werde. Hier lesen ja immerhin BW-Fans mit.

Erst mal will ich mich bei allen bedanken die mir geschrieben und Mut zugesprochen haben. Das war wirklich nett von euch und ich hab mich sehr drüber gefreut.

An den sechzehnjährigen technikfremden bundeswehrgeilen Spinner der mir gestern abend um 23.57 per Telefon den Tod gewüscht hat sei gesagt dass er sowas besser nicht von zu Hause aus und dann auch noch ohne Rufnummernunterdrückung machen sollte. Da meine Anrufe mitgeloggt werden habe ich deine Nummer, den Zeitpunkt deines Anrufes, ein Gesprächsprotokoll und mittlerweile auch deinen Namen, deine Adresse und dein Alter. Für den Fall dass sowas noch mal passiert solltest du dir schon mal ein Notstromaggregat und einen guten Elektriker zulegen.

Jetzt aber zum Ablauf selbst. Nachdem mich die beiden FJ aus Hilden entführt haben (verdammt, ich hätte mir die Namen aufschreiben sollen, hätte sie zu gern veröffentlicht) bin ich nachdem ich die Nacht in Hilden verbracht habe mittels Abholkommando aus Gotha in die Kaserne verfrachtet worden. Anscheinend war das Feldjägerkommando wohl zu faul (oder zu feige?) das selbst zu erledigen.
Danach lümmelte ich erst mal eine Zeit lang im UvD-Büro herum bis ein Leutnant Schwarz es zusammen mit einem Leutnant (?) Muhts es für angebracht hielt mich zu verhören. Anschliessend lümmelte ich dann wieder beim UvD herum bis sich dann Hauptmann Schulz bequemte mir mitzuteilen was gegen mich unternommen werden soll. Wollte er mir dann am nächsten Tag um 13.00 Uhr mitteilen aber daraus wurde nichts. Auf dieses Gespräch folgte mehr oder weniger sinnloses Herumlümmeln beim UvD mit einer Unterbrechung für ein Gespräch mit Leutnant Ritter, seines Zeichens mein Zugführer (zumindest glaubte er er wäre mein Zugführer bis ich ihn eines besseren belehrte).
Irgendwann kamen die Leute dann auf die wunderbare Idee, dass ich mit dem dritten Zug antreten sollte zwecks Formaldienst. Naja, ich fand die Idee nicht so gut und weigerte mich erst mal. Darauf folgte dann erst mal ein großes Gebrüll vom Verantwortlichen mir gegenüber das mich ziemlich unbeeindruckt liess. Mit ein paar freundlichen Worten meinerseits liess sich das Gebrüll dann erstaunlicherweise auch sofort abstellen.
Infolge dieser und anderer Befehlsverweigerungen folgte dann erst mal die vorläufige Festnahme und eine Nacht in der Zelle im Wachgebäude. Wer diese Zelle durchs Fenster verlassen will hat gute Chancen, da sie nicht vergittert sind und aus 0815-Rahmen bestehen. Wenn man die seitlichen Leisten rausbekommt (notfalls mit einer Münze zu schaffen) lässt sich die eingeklebte Scheibe relativ einfach entfernen.
Nach dieser Nacht folgte dann weiteres Herumlümmeln, ein Gespräch mit dem Bataillonskommandeur Oberstleutnant von Butler, weiteres Herumlümmeln, weitere Befehlsverweigerungen und eine weitere vorläufige Festnahme. Der Bataillonskommandeur besorgte dann zwischenzeitlich einen Beschluss vom TDG (wobei dieses statt der geforderten 20 Tage nur zehn genehmigte und das auch noch ohne sofortige Vollstreckung) so dass ich dann ab Freitag mittag erst mal aus den Augen war - aber nicht aus dem Sinn. Die Zeit im Arrest verbrachte ich dann mit Lesen. Beim einstündigen Ausgang lernte ich das Gelände ziemlich gut kennen, ist schon was anderes als die Sattelitenbilder die ich mir vor dem Besuch der FJ besorgt hatte (woher sag ich lieber nicht - aber sie waren wesentlich schärfer als die Aufnahmen von Google Earth). Wer das Kasernengelände unbefugt betreten oder einfach nur irgendwas beschädigen will (warum auch immer) sollte sich von den Feldern aus dem Zaun nähern. Er verläuft an einer Stelle hinter dichtem Gestrüpp und ist von der Kaserne aus nicht zu sehen.
Naja, ich sass dann bis gestern abend im Arrest und in dieser Zeit ereignete sich eigentlich nichts erwähnenswertes. Der Arrest selbst ist ne Lachnummer, ich würde den gegen Bezahlung überarbeiteten Unternehmern anbieten. Denn ausser zum Stressabbau und zur Entspannung taugt ein BW-Arrest überhaupt nichts.
Nachdem dann gestern mein KDV-Antrag genehmigt wurde hat man mich rausgeworfen, mir gesagt ich soll mir ne Zivistelle suchen und dann am Dienstag zwecks offizieller Entlassung bzw. Umwandlung (nein, das ist nichts irgendwie perverses) noch mal wiederkommen. Was ich auch zu tun gedenke. Aber wenn sich rausstellen sollte dass ich dann letztendlich wegen ein paar Unterschriften insgesamt elf Stunden Zugfahrt auf mich nehmen musste - dann raucht es............

Insgesamt ist zu sagen, dass ich mich über die Behandlung eigentlich nicht beschweren kann (mehr über das Essen, würg). Die waren eigentlich alle recht nett und umgänglich, vereinzeltes Gebrüll liess sich schnell abstellen. Dass mein Verhalten auf Unverständnis traf ist klar, aber ich bin ja nicht auf der Welt um zu sein wie andere mich haben wollen. Das war es erst mal, ich muss jetzt erst mal was essen gehen.

Gruß Tobi

PS: Die Veröffentlichung der Namen geschieht mit voller Absicht.

Hi, und wie schaut das mit

Hi, und wie schaut das mit ner Zivi-Stelle aus? Musst Du sofort jetzt irgendwo antreten oder wirst Du dann neu gezogen? Wie läuft das jetzt weiter?

Mfg Otmar Ganter

Du Armer.... ;-)

Das muss ja eine schlimme Zeit beim Bund gewesen sein - erst "entführt", dann ewig "herumgelümmelt" und dann noch beim Essen würgen müssen. Mein Beileid!
Scherz beiseite: Solch ein infantiles Geschwafel habe ich ja schon lange nicht mehr in einem Blog gesehen. Da hat wohl jemand allgemein arge Probleme, sich in der Welt zurecht zu finden!
Ich bin zwar nicht Soldat, kenne aber einige Leute aus der Kaserne in Gotha, die sich alle an den Kopf gefasst haben, wie einer so einen Schwachsinn schreiben kann.

Vorab Folks: Der Tobi hat gezittert wie Espenlaub, als er vorm "Spieß" stand und es in den Bau gehen sollte. Hat wohl gedacht, er wird gefoltert werden oder Ähnliches. Von wegen, "ein paar freundliche Worte und das Gebrüll hörte auf". Da ging jemandem ganz schön die Muffe, wie man so schön sagt! Das habe ich aus "seiner" 5. Kompanie. Da kenne ich den Einen oder Anderen!

Weiter: Ich finde es ziemlich kurz gedacht, zu terroristischen Aktionen innerhalb einer umzäunten Kaserne aufzurufen. Denn was tut man denn, wenn man "etwas beschädigt"? Man beschädigt Eigentum der Bundesrepublik Deutschland! Da kann man ja nun zu stehen, wie man will. Fakt ist doch, wird kein Schuldiger gefunden, zahlt die Reparatur der Steuerzahler. Also wir alle. Na, danke schön! Das möchte ich mir doch verbitten! Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bundeswehr den Schaden so lässt. Das wird doch alles umgehend repairiert - ordentlich mit Rechnung und ohne Schwarzarbeit, um Kosten zu sparen. - Einfacher und sicherer wäre es da doch, ins Freibad nachts einzusteigen und einen Eimer Farbe ins Wasser zu kippen oder einen Kinderspielplatz zu demolieren, was dann auch alles die Allgemeinheit zahlt. Sicherer vor allem deshalb, weil sich dabei die Hose nicht am Stacheldraht zerreißt (damit ist der Zaun in Gotha auf alle Fälle gesichert - das ist mal sicher) und man nicht Gefahr läuft, dass ausgerechnet in dem Moment, wo man seinen diabolischen Plan ausführt, irgendeine Streife, die sicher zur Bewachung unterwegs ist, um die Ecke biegt und ein ganz junger und nervöser Gefreiter im vierten Dienstmonat auf seiner ersten Wache die Nerven verliert. Immerhin laufen die mit scharfen Waffen rum, wie ich weiß. Steht ja sicherlich auch überall am Zaun, die üblichen Schilder.
Außerdem: Wer gern mal in so eine Kaserne hereinschauen will: Ich lese öfters von sog. "Tagen der offenen Tür" in verschiedenen Kasernen in der Zeitung. Empfehle, da mal hinzugehen, wenn einen was interessiert. Muß man nicht übern Zaun steigen. Die zeigen da sicherlich jede Menge. Und was richtig geheim ist, werden die beim Bund sicher so wegsperren und sichern, dass man da nicht so einfach rankommt, auch wenn man "von hinten durchs Gebüsch" kommt..

Lustig fand ich auch das immer wieder durch den guten Tobi erwähnte und offensichtlich als langweilig empfundene "Herumlümmeln" beim UvD oder wo auch immer. Junge, was hast du denn erwartet, was da passiert? Ich stelle mir gerade vor, das sicherlich eine Menge Leute eine Menge Papier beschreiben und unzählige Telefonate führen mussten, um so einen KDVler loszuwerden. Kann mir nicht vorstellen, dass die dort nichts Anderes oder sogar Besseres zu tun gehabt haben. Und wenn dann einer Lust zu gar nichts hat, was von offizieller Seite zur "Unterhaltung" geboten wird, also Formaldienst oder Waffenausbildung oder so, der kann doch nicht erwarten, dass für ihn ein Pausenfüller aufgeführt wird oder er in der Zwischenzeit eine Stadtführung oder einen Zoobesuch bezahlt bekommt. Oh Mann!

Was war denn noch? Ach so - Arrest. Wie gesagt, da hatte einer ordentlich Muffe vor und tat sich dann wundern, dass er einfach nur weggesperrt wurde. Ohne Daumenschrauben und so. Der Arrest ist meiner Meinung dazu da, die "Freizügigkeit" einzuschränken, wie es so schön heißt, bedeutet also, dass man in seiner dienstfreien Zeit nicht machen kann, was man will, sondern brav in seiner Zelle hockt und die Wände anstarrt. Okay, schlichte Gemüter erholen sich bei so einer geistig extrem wenig fordernden Tätigkeit. Etwas geistig regere Menschen nervt das sicher - und mehr soll das wohl auch nicht bewirken, jemanden da einzusperren, als ihn zu etwas Nachdenken zu zwingen oder wenigstens abzuschrecken, mal wieder zu extrem über die Stränge zu schlagen. Wie gesagt - ist nur ein Arrest, kein Strafvollzug!
Und das Befehlsverweigerung Arrest zur Folge hat, das klingt irgendwie logisch. Immer noch besser als sofortiges Standgericht. Hatten wir auch schon mal vor längerer Zeit in einer anderen Regierungsform!
Tja, und so ergibt sich auch, warum der Arrest kein Hochsicherheitstrakt sein muß. Was nützt denn "Ausbrechen mit ner Münze"? Man ist ja keine Gefahr für die Allgemeinheit. D.h., man wird in aller Ruhe gesucht, wandert wieder ein und zahlt den Schaden, den man verursacht hat - siehe oben! Vielleicht passiert ja beim Ausbrechen dann nachts auch das mit der Streife - siehe oben?! Autsch!

Ach und das Essen. Soweit ich weiß, bieten die in Gotha für rund 2,50 €/ Mittagessen ein Drei-Gänge-Menü incl. Salatbar und Getränke, so viel man schafft, an. Und man kann aus drei verschiedenen Menüs auswählen. Das würde mir auch gefallen. Bei uns im Büro geht man reihum mittags was vom Dönerstand besorgen oder so. Für ordentlich Euros! - Vielleicht gibt's beim Bund nicht jeden Tag Kaviar. Aber würgen tun sicher nur die, die auch zuhause jeden Tag von Mutti ein festliches Diner serviert bekommen!

Am meisten lachen mußte ich bei der Formulieren "von den Feldjägern entführt". Unglücklicherweise für dich, Tobi, unterstehst du mit dem Datum der Einberufung 0 Uhr der Bundeswehr und damit auch der Militärexekutive. Das sind ja nun mal die Feldjäger, die nicht umsonst in vielen andern Ländern Militär-POLIZEI heißen. Du wurdest also nicht "entführt" sondern "festgenommen". Schluss, aus! Denn in Deutschland gibt es nun mal die Wehrpflicht, die in einem Gesetz geregelt ist. Sowie übrigens auch eine Schulpflicht besteht. Wenn das schulschwänzende Kind da von der Polizei von zu Hause abgeholt und in die Schule gebracht wird, wird's ja auch nicht entführt.

Also alles in allem sehr unterhaltsam, das Tobi-Geschreibsel, aber eben infantil. Was anderes fällt mir dazu nicht ein. Glück eigentlich für die Bundeswehr und uns alle, dass so ein einfaches Gemüt nicht eine automatische Waffe in die Hand bekommt oder mit einem Panzer durch die Gegend fährt. Dazu sollte man schon eine gewisse Reife haben!

mfG

Matthias Jakobs

Sorry dass ich mich länger

Sorry dass ich mich länger nicht gemeldet habe, aber ich musste mich erst mal drum kümmern angefallene Arbeiten abzuarbeiten und mir wieder eine bezahlte Beschäftigung zu suchen.

Zum Thema zittern: Stimmt, ich hab ordentlich gezittert. Vielleicht sollte ich aber dazu mal erwähnen, dass das unter anderem durch Bewegungsmangel ausgelöst wird. Wenn man den ganzen Tag lang nur auf einem Stuhl hockt ohne die Möglichkeit sich die Beine zu vertreten führt das schon mal dazu dass der Körper unnatürliche Reaktionen zeigt. Ich hab mal mehrere Stunden lang eine Lüftungsanlage repariert und dabei einen Großteil der Zeit auf den Knien gearbeitet. Hättest mal sehen sollen wie mir da nach dem Aufstehen die Körperteile geflattert haben.
Und zu terroristischen Aktionen habe ich schon mal gar nicht aufgerufen. Das war lediglich eine nebenbei gemachte Beobachtung. Wenn einer wirklich was terroristisches vorhätte würde er erstens vor Ort das Gelände auskundschaften, zweitens die Gewohnheiten der Wachen über einen längeren Zeitraum beobachten und die Aktion wohl drittens aufs Wochenende verlegen wenn in der Kaserne nicht so viel los ist. Im übrigen ist auf dem Zaun handelsüblicher Stacheldraht verbaut. Den kann man problemlos mit einem Seitenschneider durchtrennen. Bei Natodraht sieht das dann schon anders aus und wenn in den Draht noch optische Fasern eingearbeitet sind und entlang der Innenseite des Zauns ein druckempfindliches Sensorband im Boden verlegt ist wird es wirklich schon etwas schwieriger. Mm, sollte ich erwähnen dass ich eine Zeitlang in der Sicherheitstechnik gearbeitet und EMA/ÜWA-Systeme installiert und gewartet habe?
Übers Essen kann man zweigeteilter Meinung sein. Mir hats dort nun mal nicht geschmeckt und ich hab gelegentlich auch Mahlzeiten ausgelassen. Das ist kein Verbrechen. Im übrigen bekomm ich zu Hause nichts serviert, da muss ich mich selbst an den Herd stellen wenn ich Hunger habe.
Muffe vorm Arrest? Lachhaft. Ich wär froh gewesen wenn die mich direkt am ersten Tag in die Zelle gesteckt und in Ruhe gelassen hätten. Das Herumgerenne zwischen Wachgebäude und Kompaniegebäude war ja echt nur nervig. Wenn du dort so gute Kontakte hast ist dir sicher auch nicht entgangen dass ich den Großteil meiner Zeit mit Lesen verbracht habe. Klar dass jemand der ohne Rechner und Fernseher nicht lebensfähig ist nicht versteht dass man damit echt total entspannen und je nach Lektüre auch ordentlich was lernen kann. Fehlt demjenigen wohl die geistige Reife für.

Gruß Tobi

PS: Vielleicht solltest du mal deine Ernährung überdenken. Jeden Mittag Fastfood ist verdammt schädlich für die Gesundheit. Man kann sich schliesslich auch was gesundes mit ins Büro nehmen, z.b. Gemüse oder Salat. Habe ich mir immer in die Firma mitgenommen. Aber dazu braucht man ja nun mal ne gewisse geistige Reife, nicht wahr?

Weltfremd und stolz drauf?

Sehr geehrter Herr Jakobs.

Bitte wundern Sie sich nicht, dass ich Sie mit Sie anspreche, aber da ich nicht ausschließen kann, dass Sie nächsten psychiatrischen Anstalt entflohen sind, möchte ich nicht den Eindruck erwecken, dass ich Sie kennen könnte und somit Ihre Flucht decke.
Nun mal ernsthaft. Sie reden hier von Dingen, von denen Sie selbst nicht den Hauch einer Ahnung haben. "Ich bin zwar nicht Soldat, kenne aber einige Leute aus der Kaserne in Gotha (...)" Das zeigt doch schon, dass Sie lediglich auf die skandalöse Mundpropaganda der Bundeswehr hereingefallen sind. Der hat mir gesagt und er hat so erzählt, dass... - Ich nehme mal nicht an, dass Sie irgend einen Dienst geleistet haben. Das gesamte militärische System ist absolut unvereinbar mit den Grundsätzen der Verfassung, nach der wir alle leben. Freiheit (Wehrpflicht und Freiheit?), Meinungsfreiheit (Soldaten sind Mörder! Ich erinnere an die Briefaktion von bled vor einigen Wochen), Gewissensfreiheit (Die taz hat da in meinem Fall sehr treffend formuliert: Wer so widerspenstig ist, kann kein Gewissen haben.). So hat das Truppendienstgericht gegen meine Beschwerden argumentiert, und so wie Sie sich hier äußern, schließe ich daraus, dass Sie sich dieser Meinung anschließen. Halten Sie dies auch alles für rechtens? Ist es rechtens uns unser Gewissen abzuerkennen anstatt unsere politischen Entscheidungen und unsere Gewissensentscheidungen anzuerkennen? Laut Grundgesetz darf die Gewissensfreiheit nicht in ihrem Wesensgehalt angetastet werden. Mir wurde sie gleich mal aberkannt.
Die militärische Gerichtsbarkeit ist noch nicht einmal diesen Begriff wert, denn wie bled hier auch schon richtig festgestellt hat, wird Arrestanträgen unbegründet zugestimmt ohne sich ein Bild von dem Beschuldigten zu machen. Beschwerden gegen verhängte Disziplinarmaßnahmen (Strafaktionen!) werden vom selben Richter entschieden, der auch schon dem Arrest zugestimmt hat. Der Richter ist also von vornherein befangen und zu keiner objektiven Entscheidung fähig. Ich kann das mal an einem ganz einfachen Beispiel festmachen. Alle vier Arreste, die ich über mich ergehen lassen musste, wurden von der zweiten Kammer des Truppendienstgerichts in München entschieden. Besser gesagt von Herrn M., dem Vorsitzenden der zweiten Kammer. Als der fünfte Arrest beantragt wurde (da saß ich übrigens noch im vierten Arrest - Klare Doppelbestrafung), war dann die sechste Kammer in Karlsruhe zuständig, wo natürlich ein anderer Richter saß. Dieser hat noch, mehr oder weniger, objektiv entscheiden können und den fünften Arrest abgelehnt und meine sofortige Entlassung aus dem vierten Arrest beschlossen. (Die geänderte Zuständigkeit resultierte daraus, dass ab dem ersten Juli nicht mehr der stellvertretende Brigadekommandeur der Gebirgsjäger Brigade 23, sondern der Bataillonskommandeur des Gebirgsfernmeldebataillons 210 in Ulm für mich zuständig war)
Es ist logisch, dass man für eigenmächtige Abwesenheit und Gehorsamsverweigerung in den Arrest kommt? Haben Sie sich denn überhaupt mal mit unseren Motiven auseinander gesetzt, weshalb wir denn überhaupt auf die Idee kamen uns dem Militär- und willkürlichen Zwangsapperat entziehen zu wollen und somit die direkte Konfrontation heraufbeschworen haben? Es gab keinen anderen Weg. Die meisten von uns waren so vernünftig nicht die illegalen Ausmusterungsversuche zu unternehmen, bei denen wir, hätten wir uns erwischen lassen, uns strafbar gemacht hätten und trotzdem tauglich gemustert worden wären. Klar, wir hätten uns auch der Musterung entziehen können und wären ebenfalls T2 gemustert worden, weil man dann auf Sicht gemustert wird, was soviel heißt, dass man kurz von einem Arzt schief angesehen wird und der dann daraus schließt, dass wir tauglich sind. Ist ja Ihrer Ansicht nach alles rechtens, nicht wahr?
Terroristische Aktionen? Hallo?! Terrorismus verbinde ich immer noch mit dem Ermorden (Soldaten sind Mörder - Immer daran erinnern) von Menschen. Das, wovon Tobi sprach, war bestenfalls eine Sachbeschädigung und so heruntergekommen wie die meisten Kasernen sind, wäre das noch nicht einmal aufgefallen. Übrigens, der Steuerzahler, also wir alle, zahlen immer Steuern, egal ob einer sich am Stacheldraht der Bundeswehr vergreift oder nicht. Und aufgerufen hat zu diesen Aktionen schonmal gar nicht. ich empfehle hier noch einmal seine Comments zu lesen und dann erst zu schreiben.
Beim UvD habe ich auch einige Stunden verbracht, allerdings habe ich die genutzt um meine Freunde und Verwandten darüber zu informieren, was in dem Schlachtverein alles abging. Man wollte mir auch ein paar Mal das Handy wegnehmen, aber hey! Ich bin Totalverweigerer. Ich mache grundsätzlich nicht was mir so ein Olivenbaum (oder auch mal sein Setzling) befiehlt. lustig war es beim UvD aber auch. Öfters kam mal der Spieß rein und hat gefragt ob ich mich denn einkleiden lassen will, den Dienst antreten will, die Einstellungsuntersuchung machen will und so weiter. Ich habe natürlich immer mit nein geantwortet, wenn man mich schon so freundlich fragt... Aufgefallen ist es dem Kompaniechef erst als er den ersten Arrest gegen mich beantragt hatte. da hatte ihn doch tatsächlich der Vorsitzende des TDGs angerufen und ihm mitgeteilt, dass er mich nicht fragen darf, sondern es mir befehlen muss, dass ich dies und jenes zu tun habe. Aber gut, hier geht's um Tobi und nicht um mich. Ich möchte nur aufzeigen, dass es mir ähnlich ging...
Als ich, nach dem man mich von Mainz nach Bad Reichenhall weiter verschleppt hat, zum Spieß (was soll dieser bescheuerte Begriff?) geführt hat, hatte ich auch extrem zittrige Beine und meine Stimme klang, als würde ich gleich das Heulen anfangen, so aufgeregt war ich. Ich hiel es für absolut sinnlos meine Nervosität zu verstecken, denn die war so offensichtlich, dass der Feldwipfel mich danach gefragt hat. Ich habe ihm dann nur geantwortet, dass es in dieser bescheidenen Situation das Normalste der Welt ist, aufgeregt zu sein. Er hat noch ein paar Mal versucht mit fadenscheinigen Argumenten zu kontern, aber der geistige Sieg gehörte endgültig mir, als er die Geduld verlor und erst mich und dann das GeZi zusammen geschrien hat. Ich fand es recht amüsant.
Und zum guten Schluss möchte ich noch sagen, dass wir niemals dem Militär unterstanden haben. Wir waren frei, wir sind frei und wir werden immer frei sein und daran kann kein Militär etwas ändern. Man kann uns entführen und wegsperren, aber unsere Einstellung zu diesen Mördern wird sich niemals umkehren lassen, sondern sogar bestärkt werden. Uns kann kein Militär sagen wie wir zu denken haben oder wen wir aus sonstwelchen Gründen zu ermorden haben. Unser Weg war/ist der einzig richtige und ich für mich würde es jederzeit wieder tun. Sollen sie wieder das G36 auf mich richten, wenn ich sage "Nein!", aber eins weiß ich, nämlich dass ich keinen Parkplatz mehr reinigen werde, wenn man mich mit der Waffe bedroht. Und nur zur Sicherheit: Jeder von uns besitzt mehr Reife im kleinen Finger als Sie im ganzen Körper. Denn Sie wären oder sind vielleicht blind und dumm mitmarschiert, als der Appell kam. Wir sagten "Nein!" ;-)

Antimilitaristische Grüße
Silvio Walther

Oho!

Na, da habe ich ja in ein Wespennest gestochen. Welch' eine Aufregung bei unseren Totalverweigerern!
Gibt 'ne interessante Studie darüber, dass je weniger das Selbstbewusstsein ausgeprägt ist, desto mehr neigt die Person dazu, sich lautstark zu verteidigen, auch wenn ein leises Lächeln die elegantere Lösung wäre.

Also: Ich lächele und bleibe trotzdem dabei: Der Tobi hat gezittert, weil er Schiss hatte, das konnte jeder sehen. Aber die Ausrede mit dem Stuhlsitzen muss ich mir merken. Die ist so schlecht nicht!

Aber eins stimmt auf jeden Fall: Soldaten sind Mörder! Genauso wie Polizisten, Wachleute, Securitypersonal und alle anderen, die eine Waffe tragen dürfen und diese dann einsetzen, wenn es darum geht, dass die Guten gegen die Bösen Hilfe benötigen. Wer was ist, kommt immer auf die Sichtweise an. Ich glaube aber, dass die wenigsten "Waffenträger" gern auf andere Leute schießen und das nur tun, wenn's nicht anders geht.
Dieses, unseres, Land leistet sich eine gewählte Regierung, diese eine Armee und ein Wehrpflichtgesetz. So isses nu mal. Man kann die 9 Monate still beim Bund absitzen, wenn man das Pech hatte und gezogen wurde, auch wenn man nicht wollte, lernt ein paar nette Leute kennen (muss ja nicht der Chef sein), wird in dieser Zeit garantiert nicht zum Mörder und geht ohne Eintrag ins polizeil. Führungszeugnis danach nach Hause.

Man kann aber auch wilde Sau spielen, wenn man im Vorfeld zu doof war, alle, legalen, Mittel auszuschöpfen. Denn die gibt es zuhauf!

So long, M.J.

Ich spare es mir dich über

Ich spare es mir dich über die Motive der Totalverweigerung aufzuklären, denn du scheinst sie nicht verstehen zu wollen.
Auf die Sache mit den Polizisten möchte ich aber doch noch einmal näher eingehen, da ich denke, dass du etwas gründlich mißverstanden hast. Die Personengruppen deiner Aufzählung dürfen ausschließlich bei Gefahr für Leib und Leben (genaueres hierzu Notwehr) zur Waffe greifen. Soldaten hingegen töten auf Befehl hin, zum Beispiel um Ölreserven zu erobern oder Machtverhältnisse zu stärken. Das ist astreiner Mord (niedrige Beweggründe). Somit ist der Vergleich Polizist <> Soldat eine bodenlose Unverschämtheit die sich noch dazu jeder Grundlage entzieht.

Was für ein Geschwafel!

Mein Tip: Auswandern, einfach auswandern!
Soldaten sind ein Teil der Exekutive eines Landes. Deutsche Soldaten sind also ein Teil des deutschen Staates. Die Regierung, korrekt der Bundestag erteil der Bundeswehr ein Mandat, gibt ihr somit einen Auftrag, eine bestimmte militärische Operation (hier gerade im Sinne: Teilnahme an einem Einsatz im Rahmen UN-Mandat z.B. in Afghanistan). Die Regierung ist durch das Volk gewählt worden. Ergo gibt das Volk, und damit auch du, der Bundeswehr den Auftrag, etwa mit Schiffen vor der lybischen Küste rumzuschippern und Schmuggelschiffe aufzubringen. Denn eins ist klar: Die Soldaten erteilen sich nicht selbst den Auftrag, ihr Land zu verlassen und sich in Afghanistan mit den Taliban herumzuprügeln. Ham' die keinen Bock zu, bin ich mir sicher. Das macht das Volk. Is' so in einer Demokratie.
Und eins ist klar: Tötet ein Soldat ohne militärische Notwendigkeit, d.h., ohne um sich selbst, seine Kameraden oder auf seine Hilfe angewiesene Zivilpersonen zu schützen, dann ist klar ein Mord geschehen. Und wird auch so bestraft, das ist mal sicher! Und das ist bei Polizisten genauso, um beim Beispiel zu bleiben. Der eine macht seinen Job halt nach innen, der andere nach außen, in der Sicht auf eine Landesgrenze. So einfach ist das!

M. Jacobs

Wenn du glaubst ich leide an

Wenn du glaubst ich leide an mangelndem Selbstbewusstsein kannst du ja mal mit mir klettern gehen. Aber nicht in der Halle, sondern an der örtlichen Rheinbrücke am Fixseil, Höhe 20-30m (habs leider bis jetzt nie genau ausgemessen, also nur ne Ca.-Angabe).
Oder an der Jauntalbrücke in Österreich, das sind dann 95m (unter 40m ist es ja auch etwas lahm). Da zeigt sich dann schon wer an mangelndem Selbstbewusstsein leidet. Ich geb dir auch gern ne Einweisung! Falls dir klettern nicht behagt, wie wärs dann mit Bungee, macht auch sehr viel Spass!

Gruß Tobi

Sauber erwischt!

Das ärgert einen schon, wenn man so durchschaut wird, oder?
Denn wir wollen mal nicht vom Thema ablenken. Das klettern an einer Felswand hat nicht mit Selbstbewusstsein zu tun sondern ist psycholgisch eine Art der Selbstüberwindung (bzw -überschätzung - wenn man z.B. abstürzt) oder einfach nur eine Form der körperlichen Betätigung. Man muss da nicht unbedingt anderortens in der Lage sein, in einer Gesprächsrunde auch nur den Finger zu heben. Also: nichts verwechseln! Ein selbstbewusster Mensch, der voll im Leben steht, kann z.B. totale Angst vor Spinnen haben, oder auch großen Höhen, und muss sich überwinden, z.B. eine Bungee-Sprung zu machen (hast übrigens recht - macht wirklich Spaß!).

Leute, Euer Problem ist einfach, dass Ihr nur unter Euresgleichen die Klappe weit aufmacht, Euch aber in einer durchschnittlichen gesellschaftlichen Gruppe schnell die Argumente ausgehen, weil Ihr Außenseiter seid. Das ist nun mal so. Und Euch ärgert vor allem, dass Ihr es nie schaffen werdet, das zu ändern. Keine Perspektive. So einfach ist das! Vielleicht quackern Euch 1, 2 Leute nach. Aber Ihr habt doch in der Gesellschaft, in den Medien oder der Kultur keine Lobby. Mich würde das schon stören...!

M. J.

Ich bin lieber ein

Ich bin lieber ein Aussenseiter als ein Vollidiot der nach den Kommandos eines grüngefleckten Aushilfsrambos durch die Gegend marschiert oder sich von irgendwelchem Beamtenpack von KWEA und BAZ sein Leben diktieren lässt. Im übrigen zeugt die Tatsache einem oder mehreren Vorgesetzten gegenüber "Nein" zu sagen und dafür notfalls in den Knast zu gehen durchaus nicht von mangelndem Selbstbewusstsein........ Ist natürlich klar dass das den Verantwortlichen nicht passt und man versucht den Abweichler nun als unbedeutenden Einzelfall hinzustellen der sich fast in die Hose pisst, der ein Versager ist, nichts drauf hat, früher oder später in der Gosse landet usw. Andernfalls würden Nachahmer ja evt. auf den Gedanken kommen dass diese ganzen "furchteinflössenden, rumbrüllenden" Befehlshaber nur eine Bande von Zivilversagern und Witzfiguren sind die nichts weiter tun können als einen in den Arrest zu stecken und rauszuwerfen wenn auch das nichts bringt.


Kommentar von bled (Administrator):
Ich habe den letzten Teil dieses Kommentars gelöscht, da ziemlich schwere Beleidigungen geäußert wurden. Ich bitte darum, bei sowas etwas kürzer zu treten. In den Extremismus ausartende Beleidigungen werde ich hier nicht akzeptieren - egal aus welcher Richtung diese kommen! Wo die Rechte des einen anfangen (Menschenwürde), da hören die des anderen auf (Meinungsfreiheit). Außerdem könnten solche Äußerungen sowohl für mich, als auch für den jeweiligen Kommentator rechtliche Folgen haben.

Totalverweigerung

Hut ab! Wenn die Totalverweigerung in Deutschland Politthema wird, dann wird auch endlich wieder über Gleichstellung der Geschlechter gesprochen werden. Es kann nicht so weitergehn, dass Frauen zur Bundeswehr dürfen und Männer dies müssen. Schwangerschaft ist kein Argument wie von Gerichten öfters verwendet. Denn es gibt keine Anordnung die Frauen zur Schwangerschaft zwingt.
Wenn aber erst einmal gezielt publizistisch Totalverweigerer bekannt werden, wenn es keine Einzelfälle mehr sind, dann ist die Wehrpflicht in ihrer heutigen Form nicht mehr zu halten.
Meine volle Anerkennung für den Totalverweigerer.
Anbei ein Artikel über Totalverweigerer und Gleichstellung der Geschlechter.

www.weltzeit1.org

Realitätsverlust

Während ich mir diesen Blog durchgelesen habe (ohne dabei zu wissen, ob ich bei soviel vorhandenem Kleingeist lachen oder heulen soll), musste ich feststellen, dass hier einige die Realität verkennen. Die Wehrpflicht dient nicht dazu Bürger zum Kriegsdienst zu zwingen, damit das Militär Nachschub für seine „faschistischen“ Machtallüren bekommt. Durch die Wehrplicht existiert eine gewisse Kontrollinstanz innerhalb der Bundeswehr. Der sogenannte „Staatsbürger in Uniform“ (ich weiß auf Fachbegriffe gebt ihr nen Scheiß) im Grundwehrdienst ist die perfekte Möglichkeit, der Gesellschaft einen Einblick in die Vorgänge und Lebenswelt innerhalb des Militärs zu gewähren. Dadurch, dass der GWDL ( ja schon wieder!) lediglich 9 Monate dem Militär und seinen Gesetzen sowie der Militärgerichtsbarkeit untersteht, ist er dem Vorgesetzten nicht auf Gedeih und Verderb ausgeliefert und dieser kann ihm eigentlich nichts groß anhaben (z. B. Karriere verbauen, Lebensunterhalt gefährden oder auf Dauer einschüchtern), da er ja nach Ablauf seiner Zeit einfach geht und somit außer Reichweite ist. Er ist also systemimmanent, ohne davon abhängig zu sein. Bester Beleg hierfür ist die Tatsache, dass der GWDL lediglich ein Gelöbnis (formelles Versprechen) und keinen Diensteid, wie es die SaZ oder Berufssoldaten tun, leistet. So kann er der Gesellschaft (im Normalfall Familie und Freunde) von den Vorgängen, Zuständen, Problemen und jeglichen Erlebnissen berichten und Aufklärung betreiben. Sonst ist ja der Einblick der Öffentlichkeit in die Armee trotz der Bemühungen der Bundeswehr (z. B. BW-TV, Web, Presse, etc.) recht begrenzt. So wird es Berufs- und Zeitsoldaten erschwert Verbrechen zu begehen und sie zu verschleiern. Gerade bei z. B. rechtsradikalen Tendenzen oder übertrieben harten Ausbildungen innerhalb bestimmter Einheiten hat dieses Werkzeug gut funktioniert (z. B. das Waterboarding im Rahmen einer Grundausbildung in Coesfeld 2004)!
Ich weiß nicht, was ihr glaubt mit eurem kindischen, unbedachten Vorgehen zu erreichen. Euer Ziel ist mir schon klar: Abschaffung der Wehrplicht und damit am besten auch die Bundeswehr selbst. Ganz ehrlich? Die Bundeswehr ist theoretisch nicht auf die Wehrplicht angewiesen, jeder GWDL kostet der BW geschätzte 8000-9000 €. Ziemlich viel Geld dafür, dass die Kameraden nur in seltenen Fällen schwierige Arbeiten (also teure Facharbeit!) übernehmen können, da ihnen schlichtweg dazu die Ausbildung fehlt. Die meisten Parteien der BRD und auch viele Militärexperten sehen die Zukunft der Streitkräfte sowieso in einem Berufsheer.
Die Folgen könnten aber fatal sein! Einer der Hauptgründe des Scheiterns der Weimarer Republik (übrigens verfassungstechnisch die demokratischere der beiden deutschen Republiken) war die Tatsache, dass das Militär ein Staat im Staate war und völlig unabhängig von Volk und Staat walten und schalten konnte, wie es wollte. Schließlich schlug sich das Militär auf die Seite der Rechten und ebnete somit den Weg der Nationalsozialisten zum Verbrechen an den Europäischen Völkern, und ebenso auch an dem eigenen. Durch eine Wehrpflicht damals hätten demokratisch gesinnte Personen Zutritt zur Führungsebene der Reichswehr bekommen und die Weimarer Republik stabilisieren und totalitäre Machtexzesse verhindern können.
Jetzt schreien sicherlich wieder einige von den selbst ernannten Intelligenzwundern: „Aber die Wehrplicht hat doch erst den 2. Weltkrieg möglich gemacht!“ Abstrakt gesagt: Wehrpflicht macht erst Kriege möglich. Stimmt nicht, Macht und Waffen gibt es und wird es immer geben, das ist Fakt. Ich sage nicht, dass ihr das akzeptieren sollt. Wenn ich die Gewalt abschaffen könnte, ich würde es, ohne auch nur eine Sekunde zu zögern, tun. Aber ich fordere euch auf, damit zu rechnen, zu arbeiten. Also: Es wird immer Menschen geben, die sich an die Macht schwingen und Verbrechen begehen. Diese Verbrechen können sie nur mit Hilfe der Exekutive ausführen. Wenn sich die Regierungsgewalt und die ihr unterstellten Exekutivorgane (wie z. B. Polizei oder Militär) jedoch in der Lage sind sich solchen Diktatoren zu widersetzen (was die gesetzliche Pflicht jedes dt. Soldaten ist), sind jene schneller abgesetzt als sie reagieren können.
Da es also immer Menschen und Diktaturen geben wird, die Kriege anzetteln (ich wünschte es wäre anders, aber der Mensch ist leider nicht perfekt und leider ein Monster), muss es einer Demokratie möglich sein, ihre Grenzen zu sichern oder Schwächeren zu Hilfe zu eilen. Als sich z. B. Bosnien vom kommunistisch totalitären Jugoslawien lossagte und einen eigenen Staat gründen wollte, hatte es anfangs kein eigenes Militär und wurde von der Armee des serbisch dominierten Rest-Jugoslawien überrannt. Der Staat war nicht mehr wert als das Papier, auf dem er stand. Da sich Bosnien durch kein eigenes Militär zur Wehr setzen konnte, nahm der Krieg einen Guerillacharakter an, was die Zahl und Schwere der Verbrechen gegenüber der Menschheit abscheulich steigerte.
Zum Gesichtspunkt der Gleichberechtigung muss ich zugeben, ist der Status quo mehr als unbefriedigend. Aber der Gedanke, dass Frauen nicht den Wehrdienst zu leisten haben, resultiert nicht aus der Pflicht der Frau gegenüber der Gesellschaft, Kinder zu gebären. Das Grundgesetz bestimmt unter Artikel 6 Absatz 1, dass die Familie unter besonderem Schutz steht. Dies beinhaltet auch, dass die Form der Familie und die Option Kinder zu bekommen gefördert werden muss. Deshalb möchte das Grundgesetz der Frau die Möglichkeit geben Kinder zu haben. Da diese bekanntlich meist im „wehrfähigen“ Alter (also zwischen 18 und 30) gezeugt und gepflegt werden, wäre es von großem Nachteil Familienpläne mit einem Wehrdienst zu gefährden. Allerdings sagt das Grundgesetz in Artikel 3 Absatz 2, dass Frau und Mann gleichberechtigt sind und bei noch bestehenden Nachteilen nachgebessert werden muss. Und genau der zweite Teil dieses Paragrafen ist das Problem: Es wird nur bei Nachteilen reagiert und werden dann mehr Rechte eingeräumt. Aber für einen erwachsenen, emanzipierten Menschen kann es nicht nur Rechte, sondern muss es auch Pflichten geben. Ich persönlich würde einen zivilen Dienst (z. B. Feuerwehr oder THW) mit der Option zum Grundwehrdienst für die Frau einführen. Zivil deshalb, da für die Frau so mehr Freiraum erhalten bleibt (keine Kasernenpflicht), in dem eine gesunde Familien- oder Zukunftsplanung möglich ist. Wenn sie natürlich zum Militär will, so soll man ihr doch keine Steine in den Weg werfen. Mein Gedankenansatz ist nur, dass beim Dienst in einer Feuerwehr oder Ähnlichem mehr Zeit bleibt, um eventuell ein Kind wahlweise am Nachmittag oder Vormittag zu erziehen, als wenn eine Kasernenpflicht bestünde. Aber dies ist natürlich meine persönliche Ansicht und ich erhebe nicht den Anspruch auf Richtigkeit.
Wovon ich allerdings gar nichts halte, ist die Vorstellung, dass man ruhig Eigentum des Staates mutwillig zerstören kann, da „man ja sowieso immer die gleichen Steuern zahlt“. 1. Das Geld, das für die Ausbesserung des Schadens benötigt wird, fehlt dann wieder an anderer Stelle und Geld hat unser Staat bekanntlich nie zu viel und die Bundeswehr erst recht nicht. Das heißt man würde für die gleichen Steuern insgesamt weniger Leistung bekommen! 2. Solche Zerstörungen erschweren auch immer den Dienstalltag, und die darauf angewiesenen Soldaten (die ja bekanntlich nicht das Grundgesetz beschlossen haben und am wenigsten dafür können) leiden am meisten darunter. Und es ist, wie schon erwähnt wurde, wirklich eine lebensgefährliche Dummheit, da in der Regel der Streifendienst von Wehrpflichtigen durchgeführt wird. Diese sind zwar an der Waffe ausgebildet, aber im Einschätzen solcher Situationen eher unerfahren. Deswegen bringt ihr euer eigenes Leben in Gefahr, und der Soldat der womöglich auf euch geschossen hat, muss dann unter Umständen mit der Tatsache, einen harmlosen Möchtegernrevolutionär wie euch getötet zu haben, klar kommen. Und ich glaube nicht, dass sich das so gut anfühlt, wenn man sein Leben lang daran zu kauen hat einen Menschen auf dem Gewissen zu haben. Und für einen Möchtegernrevolutionär fühlt es sich bestimmt auch nicht besser an, wenn man sein Leben lang an einer Schussverletzung leidet oder gar zwei Meter unter der Erde liegt.
Intelligent sein, heißt auch überkommene Vorstellungen kritisch zu hinterfragen, und wenn sie als falsch entlarvt werden, zu begraben.
Einige hier sollten mal gründlich über ihre Beiträge nachdenken.

Dominik Ortner

Aus dem Kommentar hätte was werden können

Ich muss sagen, dein Kommentar hätte interessant werden können. Man könnte darauf schön und argumentativ antworten. Doch wenn jemand es für nötig hält, gleich in den ersten paar Sätzen seine Argumente mit Beleidigungen zu unterlegen, dann ist er einer Antwort nicht würdig!