SPD: Freiwillige Wehrpflicht, äh, wie bitte?

Einen sehr interessanten Artikel hab ich heute bei Spiegel Online gelesen und einige Leute unterhalten sich darüber schon sehr angeregt in der Kommentar-Sektion meines letzten Beitrags auf der Seite hier.
Es heißt also, dass die SPD sich nun intern darauf geeinigt hat, eine Art "freiwillige Wehrpflicht" zu befürworten. Zwar ist die Entwicklung an sich nicht schlecht und durchaus positiv zu bewerten, allerdings hab ich dennoch ein paar kritische Anmerkungen zu der ganzen Sache.

1.) Wieso nennt man es eine "freiwillige Wehrpflicht"? Ist es wirklich ein so großes Problem, das Ganze einfach Freilwilligenarmee zu nennen? Wahrscheinlich hört es sich für die alten Leute aus der Parteiführung so erträglicher an, zumindest so meine Vermutung. Dennoch ist der Name völliger Schwachsinn. Mich persönlich erinnert das sehr an das Buch 1984 (welches ich gerade lese). Da lauten die Parteiwahlsprüche:
"Krieg bedeutet Frieden
Freiheit ist Sklaverei
Unwissenheit ist Stärke"

Wollen wir sowas auch haben? Eine Neusprache, in der alles verdreht ist? Wenn man an das 1984 von George Orwell denkt, dann ist das alles wirklich krank.
2.) Im Artikel heißt es: "Somit würde man die Bundeswehr zu einer Freiwilligen-Armee machen, dabei aber an dem im Grundgesetz verankerten Wehrdienst theoretisch festhalten. Das Prinzip der Freiwilligkeit solle so gestärkt werden."
Entschuldigung, aber hab ich da irgendwann etwas verpasst? Welches Prinzip der Freiwilligkeit? So ein Prinzip hat in Sachen Wehrpflicht noch nie existiert. Und wo nichts ist, da kann man auch nichts stärken!
3.) Nächstes Zitat: "Dies sei "Ausdruck einer persönlichen Entscheidung, sich für die Gesellschaft und für das Gemeinwohl zu engagieren"."
Diese Formulierung finde ich persönlich ziemlich daneben. Damit möchte man aus meiner Sicht alle die, die keinen Dienst leisten, degradieren und die Möglichkeit schaffen, diese Menschen als asozial zu bezeichnen, wie das ja auch schon bei mir wegen meiner Totalverweigerung geschehen ist. Sowas ist aber wohl nötig, um so zu tun, als wäre es gut, was Soldaten leisten, damit die freiwillig Dienstleistenden zumindest ein kleines Argument mehr haben.
4.) Der letzte Absatz des Artikels hat's dann nochmal in sich: "Hintergrund des Streits waren Sorgen vor allem älterer Sozialdemokraten, eine Berufsarmee würde nicht mehr dieselbe Verankerung in der Gesellschaft haben wie ein Heer aus Wehrpflichtigen, sondern drohe zum "Staat im Staate" zu werden. Im Antrag wird betont, die bis heute erreichte Verankerung der Bundeswehr in der Armee müsse erhalten werden."
Zunächst ist dazu zu sagen, dass die Bundeswehr schon immer eine Art Staat im Staate gewesen ist. Wer einmal in einer Kaserne war, wird das bestätigen können. Es ist völliger Schwachsinn, dass die Bundeswehr durch die Wehrpflicht in der Gesellschaft verankert wird und damit zivilisiert wird. Eher ist es andersrum, die Wehrpflicht nämlich militarisiert die Gesellschaft!
Und zuletzt fällt die Trennung von Bundeswehr und Armee auf. Hopsala, ist das etwa endlich die Bekenntnis dazu, dass wir eine Abteilung für Zwangsdienste haben und eine für illegale Angriffskriege? Da es sowas wie eine Trennung zwischen Bundeswehr und Armee in Deutschland nicht gibt, diese Wörter also dasselbe beschreiben, finde ich diese Überlegung recht interessant und auch zur Politik der SPD passend. Wenn es in 1-2 Jahren dann die echte Trennung zwischen "Bundeswehr" und "Armee" gibt, dann werde ich an den heutigen Tag zurückdenken.

P.S.: Einen weiteren Artikel zum selben Thema gibt es auch bei Spiegel Online. Dieser befasst sich auch mit dem entstehenden Konflikt zwischen SPD und CDU/CSU wegen der neuen Position der SPD. hier geht's zum Artikel.

Freiwillige Wehrpflicht in Dänemark

Die freiwillige Wehrpflicht gibt es bereits in Dänemark.
Der Bundeswehrverband hat sich schon zum Vorschlag der SPD gemeldet und wettert dagegen.
Schließlich vertritt der Bundeswehrverband auch die Mitarbeiter der KWEAs. Diese Mitarbeiter dort fürchten bei einer freiwilligen Wehrpflicht oder der Abschaffung der Wehrpflicht um ihre (schönen) Arbeitsplätze.
Und die CDU pocht auf den Koalitionsvertrag. Die jungen Wehrpflichtigen kümmern sie nicht, das ist ja nicht ihre Wählerschaft.
Die Wehrungerechtigkeit interessiert dort niemanden. Man hat doch 2 Gerichtsurteile in der Tasche, dass die Wehrgerechtigkeit gewahrt sei. Und auf diese Urteile kann man immer hinweisen, wenn eine Anfrage zur Wehrgerechtigkeit kommt.
Als normaldenkender Bürger allerdings frägt man sich, was daran gerecht ist, dass von jährlich 450.000 Jungen Männern jedes Jahr nur 30.000 zur Ableistung des Grundwehrdienstes herangezogen werden.
Beser eine freiwillige Wehrpflicht als eine allgemeine Wehrpflicht. Eine Berufsarmee und keine Wehrpflicht mehr aber wäre die beste und gerechteste Lösung
Wo.Ja.

Freiwilliger Wehrdienst

Also wenn ich den Vorschlag der SPD richtig lese sieht das so aus, das der Artikel 12a GG bestehen bleibt und die Rekruten nur auf Antrag Ihren Wehrdienst ableisten. Das hört sich für mich eigentlich sehr gut an.

Aber interessant finde ich auch das auch Offiziere an dem Vorschlag mitgearbeitet haben. Das bestätigt was sich neulich bei mir schon bestätigt hat, das auch viele Offiziere von der Wehrpflicht wegwollen.

Das mit dem Satz "...die bis heute erreichte Verankerung der Bundeswehr in der Armee müsse erhalten werden." war hoffentlich ein Versehen und sollte sicher Verankerung in (nur der männlichen) der Gesellschaft bedeuten.

mfg Otmar Ganter

Gut?

Was soll daran gut sein?

1. Die Wehrpflicht ist der Teil der geltenden Gesetze, der Dich als Schwanztraeger im Verteidigungsfall verpflichtet, Dein Leben dafuer einzusetzen, dass die Tittentraegerinnen ihres retten koennen.

Um diese Wehrpflicht gehts beim SPD-Vorstoss ueberhaupt nicht, sondern um den

2. Wehrdienst. Der soll jetzt angeblich so geaendert werden, dass er freiwillig wird. Naja, jedenfalls solange sich genug Freiwillige
finden. Wenn nicht, wird eben wieder eingezogen.

Es gab in diesem Scheissland mal eine Partei, die wie keine andere neben dem Thema Umweltschutz fuer den Pazifismus und die Abschaffung der Wehrpflicht stand (sogar die Abschaffung der Bundeswehr, IIRC).

Diese Partei nennt sich "die Gruenen" (heute "Buendnis 90/Die Gruenen).

Dummerweise hat diese Partei auf ihrem Weg in den Bundestag noch ein paar Themen hinzugewonnen, u.a. "Frauen".

Und so war es nicht verwunderlich, dass von dieser Partei waehrend ihrer 7 jaehrigen Regierungsbeteiligung zum Thema "Abschaffung der Wehrpflicht" wenig zu hoeren war.

Dafuer gibts jetzt einen Tierschutzparagraphen im Grundgesetz (Art. 20a). Frau muss halt Prioritaeten setzen.

Frauen und Wehrpflicht

Ich bin für gleiche Rechten und Pflichten für Mann und Frau.
Sicherlich hast Du nicht ganz Unrecht mit Deinen Aussagen.
Aber in Kriegen waren immer Frauen dabei und zwar hinter der Front, in Lazaretten, als Nachrichtenhelferinnen oder in der Flugabwehr. Sie haben in der Gefangenschaft einen hohen Preis zahlen müssen, dafür, als Frauen dem Gegner in die Hände zu fallen. Da schützte sie auch nich die Uniform als Rotes-Kreuz-Schwester.
Nach meinem Wissen verpflichtet sich jede Krankenschwester per Unterschrift, im Kriegsfall auch in Lazaretten dienen zu müssen.
Auch der Dienst an der Heimatfront war bestimmt nicht leicht. Frauen ernährten ihre Kinder, mussten in den Fabriken arbeiten und nach dem Kriege waren es haupsächlich sie, die die Trümmerstädte wieder aufräumten. Die meisten Männer waren noch in Gefangenschaft oder konnten zu den Aufräumzwecken nicht verpflichtet werden (Das war früher).
Natürlich haben sich die Zeiten geändert und Frauen stehen genau so wie ihre männlichen Kollegen im Berufsleben. Aber sie sind immer noch die wichtigste Person in der Familie. Ihre Rolle als Mutter ist unersetzbar. Jeder von uns weiss, was eine Mutter wirklich leistet. Das kann man nicht mit Geld bezahlen.
Aber Du hast auch Recht, wenn Du anklagst, warum Frauen keine Verpflichtung wie ihre männlichen Kollegen gegenüber dem Staat haben.
Ich habe im Freundeskreis darüber schon viel mit Frauen darüber diskutiert. Alle Frauen sind für die Gleichberechtigung, das ist auch richtig so. Aber wenn es dabei um mehr Pflichten geht, blocken fast alle Frauen ab. Wehrpflicht? Zivildienst für uns? Nie, nein, das geht nicht.
Ich persönlich bin für gar keinen Zwangsdienst, weder für Frauen, noch für Männer.
Wo.Ja.
Freiwilllig gerne, auch mit einer gerechten Bezahlung.

Frauen und Wehrpflicht

Genau das hatte ich auch in einem anderen Teil des Forums schon vorgeschlagen.
Die Geschlechtsspezifischen Begriffe aus dem Art. 12a GG rausnehmen und durch alle Bürger der Bundesrepublik Deutschland ersetzen.

Der Art. 12a bezieht sich ja nicht nur auf die Wehrpflicht sondern auch auf andere Not- oder Katastrophensituationen. Einfaches Beispiel Haus brennt lichterloh, es sind nicht genügend Feuerwehrleute vor Ort dann kannst Du als Mann der da gerade vorbeikommt vom Fleck weg rekrutiert werden. Ändert man diesen Art. entsprechend ab gilt das auch für Frauen. (dieses Verfahren war zu DDR-Zeiten recht üblich, da die Feuerwehren noch nicht so stark mit Fahrzeugen sondern nur mit Anhängern ausgestattet waren und die Feurwehren aus den umliegenden Orten nicht so schnell vor Ort waren.)

mfg Otmar Ganter

Worum gehts hier eigentlich????

Wehrpflicht Ja? Nein? Gleichberechtigung in der Pflicht?
Sagt mal, habt ihr vielleicht schon mal darüber nachgedacht warum es in den meisten Ländern dieser Erde, wenn es sie überhaupt gibt, eine Wehrpflicht für Frauen nicht gibt? Kann es sein das das mit der Anatomie zusammenhängt? Kann es sein dass das mit dem Wort "Mutter" zu erklären ist?
Es hat schon, Gott sei Dank, seit 62 Jahren keinen Krieg mehr gegeben, der als Schauplatz deutschen Boden hatte. Vielleicht liegt es ja daran, dass man das vergessen oder gar nicht erst erlebt hat.
Papa trinkt Bier,geht zum Fußball und Mama kümmert sich um die lieben Kleinen und daraum, dass auch immer Bier da ist!
Papa gäbs vielleicht gar nicht wenn Uroma auch der allgemeinen Wehrpflicht unterstanden hätte und mit dem unseligen Troß aufs Schlachtfeld hätte ziehen müssen anstatt ihre Kinder im Luftschutzkeller in Sicherheit zu bringen.
Mensch, denkt nach bevor ihr hier mit primitiven Begriffen wie "Schwanzträger" um euch werft.

Wenn es um Wehrpflicht für

Wenn es um Wehrpflicht für die Frau geht, dann wohl eher nicht darum, dass sie im Falle eines Falles an die Front müsste, sondern lediglich einen ähnlichen Dienst wie den Ersatzdienst leisten sollte.

Frauen können Mütter sein, müssen und sind es oft aber garnicht und können somit ihre Zukunft individuell gestalten.
Und in der Anatomie der Frau sehe ich nicht im geringsten eine Einschränkung für einen bewaffneten Einsatz. Es gibt genügend die sich freiwillig bei der Bundeswehr melden und auch genommen werden.

Glück Auf!
MW